Wie auch die Muttermilch basiert industriell gefertigte Flaschennahrung auf Eiweißbausteinen, die einen idealen Nährboden für Keime bilden. Der sorgfältige Umgang mit Milchpulver und den Fläschchen ist deshalb sehr wichtig.

Warum sollte die Milchflasche immer sehr gut gereinigt werden?

Werden Fläschchen nicht korrekt gereinigt, werden sie zur Keimschleuder. Schon beim Einkauf des Milchpulvers sollten sie darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist. Auch in abgelaufenen Packungen, die noch original verschlossen sind, können Keime lauern, die beim Kind eventuell Infektionen hervorrufen. Die angebrochenen Packungen sollten nach Gebrauch wieder fest verschlossen, trocken und kühl gelagert werden. Bei Milchflaschen, Saugern, Einfülltrichtern und -löffeln, Schnullern und manuellen Milchpumpen zum Abpumpen von Muttermilch reicht das Abspülen mit heißem Wasser selbst in der Spülmaschine nicht aus, um krankmachende Erreger, häufig Durchfallkeime, abzutöten.

Bis zum 7. Lebensmonat ist Keimfreiheit besonders wichtig. Während der warmen Jahreszeit empfiehlt sich sogar eine Verlängerung dieser aufwändigen Reinigungs- und Entkeimungsprozedur. Setzen Sie sie am besten so lange fort, wie das Kind noch die Milchflasche nimmt

Für die Desinfektion sind folgende Schritte notwendig:

1. Auskochen: Zum Auskochen nimmt man einen großen, sauberen Topf, der ausschließlich zum Entkeimen der Babyutensilien benutzt wird. Glasutensilien werden ins kalte Wasser gelegt und aufgekocht, alles andere gibt man erst ins heiße Wasserbad und lässt es fünf bis zehn Minuten sprudelnd kochen. Theoretisch ist dieser Vorgang natürlich auch im Dampfdrucktopf möglich, aber nicht alle Plastikutensilien vertragen das. Nach dem Auskochen nimmt man Flaschen und Zubehör am besten mit einer Flaschenzange aus dem Topf, stellt sie mit der Öffnung nach unten auf ein im Kochwaschgang gereinigtes Tuch und deckt es mit einem zweiten ab. Nach dem Trockenvorgang verschließt man die Flaschen mit den Schraubverschlüssen, die Sauger kommen dabei nach innen. Der Rest wird mit einem trockenen, sauberen Tuch abgedeckt. So bleiben die Utensilien bis zum nächsten Gebrauch weitgehend keimfrei.

2. Entkeimen: Wesentlich einfacher ist die Heißdesinfektion mit Wasserdampf in besonders dafür konstruierten Geräten, die im Handel erhältlich sind. Der Vorgang ist im Prinzip der gleich wie der oben beschriebene, der Anschaffungspreis ist allerdings ziemlich hoch.

3. Kaltsterilisation im chemischen Desinfektionsbad: Bei der Kaltsterilisation handelt es sich um chemische Desinfektionsbäder, in die die Babyutensilien eingelegt werden. Dazu gibt es entsprechende Kunststoffbehälter und Flüssigkeiten oder Tabletten, die in Apotheken und Drogerien erhältlich sind. Einmal täglich wird ein neues Bad angesetzt, in das die gereinigten Utensilien vollständig eingetaucht werden. Sie verbleiben darin bis zum nächsten Gebrauch. Bevor neue Milch eingefüllt wird, müssen die Flaschen nochmals gespült werden um Reste des Desinfektionsmittels zu entfernen. Das Desinfektionsmittel ist trotz seines starken Geruches nach Chlor völlig unschädlich, seine Wirkungsweise entspricht der der Chlorierung des Trinkwassers. Der Anschaffungspreis ist allerdings auch hier ziemlich hoch.